Aufweckt mich die silberne Regenuhr,
die sachte im Buschwerk tickt;
wenn überperlt der Grashalm nickt,
dann stülpe ich meine Fühler aus
und strecke aus meinem gewundenen Haus den Fuß,
und lege die glitzernde Spur über Stengel und Blatt,
um draußen zu prassen,
am herrlich nassen Tropfengeleucht,
an allein was feucht und kühl ist und glatt wie ich.
Nie trink ich mich satt,
ich labe mich an Regen-Kühle,
die dankbar ich auf der Höckerhaut fühle.
...über ein lustiges Schneckengedicht bin ich noch beim Lesen gestolpert:
Amanda, eine dicke Schnecke,
kam her aus einer Gartenecke.
Fraß sich an jeder Blume satt,
verschonte nicht das schönste Blatt.
Da stand der Becher mit dem Bier
- Schneckenfalle sagt man hier.
Amanda schlich sich schnellstens hin,
neugierig zu kosten, was da drin.
So wie zuvor ihr Mütterlein,
die plumpste in das Bier hinein,
blieb wohlig drinnen liegen,
trank es in vollen Zügen.
Die Mama und das Töchterlein -
die werden nun vereinet sein.
Sie torkeln bierselig vergnügt
- wie wenig doch zum Glück genügt -
in süßem Rausch zu zweit ganz fröhlich in die Ewigkeit.
Irmtraud Riefler